24 Stunden Übung der Jugendfeuerwehren Ginnheim und Rödelheim vom 23. auf den 24. August 2008
Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr
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Am vergangenen Samstag morgen fanden sich zu früher Stunde zahlreiche Mitglieder der Jugendfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehren Frankfurt am Main Ginnheim (JF-Ginnheim) und Rödelheim (JF Rödelheim) im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Ginnheim ein.Trotz der für einen Samstag für alle Beteiligten frühen Uhrzeit, es ist gerade erst 8.00 Uhr, sind alle Jugendlichen schon vor der vereinbarten Zeit um 8:15 Uhr im Gerätehaus versammelt.
Schlafsäcke, Reisetaschen, Luftmatratzen, Isomatten und Feldbetten
bringen die insgesamt 20 Jugendlichen, acht Mitglieder der
Einsatzabteilungen der beteiligten Feuerwehren und das zehnköpfige
Aufbauteam mit ins Gerätehaus. Ein Ausflug mit Übernachtung steht aber nicht
auf dem Programm. Die Jugendlichen treffen sich, weil ein 24-Stundendienst
organisiert wurde.
Der 24 Stundendienst wird von der JF-Ginnheim und der JF-Rödelheim im
zweijährigen Turnus veranstaltet, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu
bieten in einem Zeitrahmen von 24 Stunden
eine große Anzahl von Übungseinsätzen mit zu erleben, um den Arbeitsalltag
bei den Feuerwehren im Alltagsgeschehen kennen zu lernen.
Nach dem Verstauen des Gepäcks folgt die Zuteilung der Jugendlichen zu ihren Einheiten durch den Übungsleiter Dennis Vetter, den Jugendfeuerwehrwart in Ginnheim Frank Knauer sowie dem Jugendfeuerwehrwart aus Rödelheim Markus Frömmel. Die Überprüfung der Einsatzbereitschaft der vier zur Verfügung stehenden Einsatzfahrzeuge beendet die notwendigen Vorbereitungen. Ein zweites Frühstück steht nun auf dem Programm. Das Frühstücksgeschehen beendet ein Gong und die Alarmierung der Einheiten zu einem Einsatz in einer Spedition in Ginnheim. Beim Verladen von Stückgut ist zu zu einer Verpuffung gekommen. Die Jugendlichen werden erst am Einsatzort durch die einzelnen Einheitsführer in die Lage und ihre Aufgaben eingewiesen. Die einzelnen Trupps der Einheiten, bestehend aus zwei Jugendlichen, arbeiten routiniert die zugewiesenen Aufgaben ab.
Schnell wird mit der Bekämpfung der durch die Verpuffung entstandenen Brände begonnen und die Menschenrettung in Gang gebracht. Insgesamt acht, durch freiwillige dargestellte Verletzte mussten gerettet werden. Nach einer knappen Stunde ist der Einsatz abgearbeitet und die Einheiten kehren in das Gerätehaus nach Ginnheim zurück.
Hier werden die Einheiten neu eingeteilt und die Einsatzfahrzeuge wieder auf Einsatzfähigkeit überprüft. Wieder übertönt das Einsatzsignal das geschehen und die Einsatzkräfte werden zu einem Wasserrohrbruch in das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim gerufen. Hier muss der Keller ausgepumpt und mit Öl verschmutztes Wasser umweltverträglich entsorgt werden. Die Jugendlichen müssen zeigen, dass mit den auf den Fahrzeugen mitgeführten Einsatzmitteln, Auffangbecken für das verschmutze Wasser gebaut werden können. Nach einer guten Stunde sind notwendigen Arbeiten abgeschlossen und es trifft sich gut, dass die Küchencrew just in diesem Moment das Mittagessen zubereitet hat.
Da die Jugendlichen und alle anderen Beteiligten schon einige Arbeit
leisten mussten, werden alle Teller geleert. Wie im richtigen Leben muss
auch hier der Abwasch und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der
Einsatzfahrzeuge in Eigenregie übernommen werden. Der letzte Teller ist
nicht ganz abgetrocknet, da ruft die Einsatzleitung zum nächsten Einsatz.
Diesmal wird ein unklarer Feuerschein auf einem Kirchturm in Ginnheim
gemeldet. Am Einsatzort angekommen wird die Lage durch die Jugendlichen in
Zusammenarbeit mit den Einheitsführern erkundet und das Feuer auf dem
Kirchturm mit einem Kleinlöschgerät abgelöscht. Dieser Einsatz wird in nur
zwanzig Minuten von den Einsatzkräften erledigt. Um auch die Eltern über die
Arbeit der Jugendlichen in der Feuerwehr zu Informieren, wurde eine
Übung des 24 Stundendienstes als Schauübung geplant. Gegen 17.00 Uhr werden
die Jugendlichen zu einem Wohnhausbrand alarmiert. Als Übungsgelände dient
ein auf dem Gelände des BrandKatastrophen- und Rettungszentrums (BKRZ)
gelegenes altes Kasernengebäude, das mit Zustimmung der Branddirektion
Frankfurt für diese Übung genutzt werden darf. Etwa 20 Eltern, Mitarbeiter
der Pressestelle der Branddirektion und Vertreter der Presse haben sich zur
Übung eingefunden.
Auf dem Übungsprogramm steht Brandbekämpfung und Menschenrettung. Aus
einigen Fenstern des Gebäudes dringt Rauch und vor dem Gebäude sind einzelne
Brände zu bekämpfen. Der Rauch im Gebäude wird durch den Einsatz eines
Lüfters ins Freie befördert, um den Einsatzkräften ein Arbeiten ohne
Sichtbehinderung zu ermöglichen. Nach wiederum einer guten Stunde harter
Arbeit
für die Einsatzkräfte sind alle Verletzten gerettet und die Brände gelöscht.
Gegen 22.00 Uhr wird den Jugendlichen nach dem anstrengenden Tag Bettruhe
verordnet, die jedoch nicht lange anhält. Wie im 'richtigen' Feuerwehralltag
reist die nächste Alarmmeldung die Jugendlichen aus dem Halbschlaf. Etwas
müde aber hoch motiviert besetzten die Jugendlichen die Einsatzfahrzeuge und
los ging es in Richtung Eschersheim zu einer angenommenen Gasexplosion. Auch
hier mussten Verletzte gerettet, Brände bekämpft, und das Gebäude auf
etwaige Einsturzgefahr hin erkundet werden. Aufgrund der Weitläufigkeit des
Übungsgeländes eine echte Herausforderung für die Jugendlichen, die
Einheitsführer und auch die Einsatzleitung. Nach etwa zwei Stunden ist auch
diese Aufgabe bewältigt und die Einsatzkräfte können sich auf ihre
wohlverdiente Nachtruhe freuen.
Nach gerade mal gut sechs Stunden Schlaf schrillt am frühen Sonntagmorgen
erneut die Alarmglocke. Ein Verkehrsunfall mit verletzten und eingeklemmten
Personen hat sich auf einer Straße am Rande des ehemaligen Buga-Geländes
ereignet. Die Einsatzkräfte müssen nun beweisen, dass sie auch im Bereich
der technischen Hilfeleistung ihr Handwerk verstehen. Verletzte werden aus
den Unfallfahrzeugen gerettet und ausgelaufenen Betriebsstoffe müssen
aufgefangen und abgebunden werden. Nach einer Stunde sind alle Spuren des
Verkehrsunfalls beseitigt.
Gegen 10.00 Uhr ist die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wieder hergestellt
und die Jugendlichen können nach Hause entlassen werden. Hervorzuheben ist,
dass die Organisation und Leitung der Übung nur durch Ehrenamtliche in ihrer
Freizeit geleistet wurde.
Clemens Ruck FF Ginnheim
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